Buchhaltungsbüro
Daniela Schöll-Staudner

Geschenke steuerlich absetzen

„Alle Jahre wieder kommt das Christuskind“

… und damit die Frage, wie man Geschenke für Kunden und Mitarbeiter steuerlich absetzen kann.

  • Geschenke an die Mitarbeiter:

Die Geschenke sind Betriebsausgabe (freiwilliger Sozialaufwand) und wenn möglich, kann ein Vorsteuerabzug geltend gemacht werden.

Damit für den Mitarbeiter für das Geschenk keine Lohnsteuerpflicht entsteht, ist es wichtig folgendes zu beachten:

  1. Geldwerte Vorteile aus der Teilnahme an Betriebsveranstaltungen und die dabei empfangenen Sachzuwendungen sind bis maximal € 186,– jährlich pro Mitarbeiter steuerfrei, lohnsteuerfrei.
  2. Steuerfrei sind nur Sachzuwendungen. Geldzuwendungen sind immer steuerpflichtig. Zu den Sachzuwendungen gehören auch Gutscheine und Geschenkmünzen, die nicht in Bargeld abgelöst werden können. Goldmünzen bzw. Golddukaten, bei denen der Goldwert im Vordergrund steht, werden nach der Verwaltungspraxis als Sachzuwendung anerkannt. ACHTUNG: Nach Meinung des Finanzministeriums gelten auch Autobahnvignetten als Sachzuwendung.
  3. Es darf sich nicht um eine individuelle Belohnung eines Mitarbeiters handeln (z.B. wegen guter Arbeitsleistung, aus Anlass des Geburtstages, der Eheschließung etc.). Es muss eine generelle Zuwendung an alle Mitarbeiter aus bestimmten Anlässen (z.B. Weihnachten, Firmenjubiläum, Betriebsausflug etc.) sein.
  4. Die Abhaltung einer Betriebsveranstaltung (z.B. Weihnachtsfeier) ist für die Steuerfreiheit der Sachzuwendung nicht erforderlich. Wird eine solche abgehalten, wird der Vollständigkeit halber darauf hingewiesen, dass der geldwerte Vorteil aus der kostenlosen Teilnahme (z.B. für Verpflegung, Teilnahme an Unterhaltungs-darbietungen, Reisen etc.) bis zu € 365,– pro Mitarbeiter im Jahr steuerfrei ist.
  •  Geschenke an Kunden:

WICHTIG: „echte“ Weihnachtsgeschenke (also keine Werbeartikel bzw. Warenproben) für Kunden können weder als Betriebsausgabe  geltend gemacht werden, noch besteht das Recht zum endgültigen Vorsteuerabzug, sofern die Grenze von € 40,– überschritten wird.

Einkommensteuer:

Weihnachtsgeschenke für Kunden und Geschäftspartner sind üblicherweise „nicht abzugsfähigen Repräsentationsaufwand“ und somit nicht als Betriebsausgabe absetzbar.

Sehr wohl als Betriebsausgabe geltend gemacht werden können solche Kundengeschenke, die aus Gründen der Werbung überlassen werden. Dies gilt jedoch nur dann, wenn die Gegenstände geeignet sind, eine entsprechende Werbewirkung zu entfalten. Dies ist beispielsweise bei Kugelschreibern, Kalendern, Feuerzeugen etc. dann der Fall, wenn sie mit der Firmenaufschrift oder dem Firmenlogo versehen sind, und es sich dabei nicht um exklusive Produkte handelt.

Umsatzsteuer:

Auch Kundengeschenke unterliegen grundsätzlich der Umsatzsteuer, unter der Voraussetzung, dass für sie ein gänzlicher oder teilweiser Vorsteuerabzug möglich war. Ausgenommen sind nur Geschenke von geringem Wert oder Warenmuster. Ein geringer Wert ist bis € 40,– (ohne Umsatzsteuer) anzunehmen, wobei die an einen Empfänger pro Kalenderjahr abgegebenen Geschenke diese Grenze nicht übersteigen dürfen. Aufwendungen für geringwertige Werbeträger wie Kugelschreiber sind vernachlässigbar und sind nicht in die € 40,– Grenze mit einzurechen.

Alle Angaben erfolgen trotz sorgfältigster Bearbeitung ohne Gewähr. Eine Haftung des Autors ist ausgeschlossen. Bei allen personenbezogenen Bezeichnungen gilt die gewählte Form für beide Geschlechter!

Kontakt

Daniela Schöll-Staudner
Bilanzbuchhalterin
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